Vor rund 15 Jahren wurden die Legiokill®-Systeme
entwickelt, durch die ständige Weiterentwicklung den heutigen hygienischen
Anforderungen angepasst, tausendfach installiert und erfolgreich
betrieben.
Diese Systeme haben als Grundidee:
Die Entstehung oder das Wachstum
von Biofilmen als Ernährungs- und Lebensgrundlage für Legionellen
muss deutlich reduziert, möglichst ganz ausgeschlossen werden. Es gilt,
Härteablagerungen im warmwasserführenden Rohrnetz zu verhindern.
Der Bildung des Biofilms tatenlos zuzusehen und auf die aus dem
Biofilm hervorgehenden Keime, Bakterien oder Einzeller (Amöben) mit den
unterschiedlichsten Verfahren zu reagieren, ist der falsche Weg.
Bakterien/Keime die
über den Kaltwasserzulauf in das Trinkwasser-Erwärmungssystem "Legiokill®"
gelangen, werden im Speicher des Legiokill®-Systems bei einer
Wassertemperatur von 65-70°C sicher abgetötet. Somit wird verhindert,
dass Bakterien/Keime in das nachgeschaltete warmwasserführende
Rohrnetz gelangen, sich dort vermehren und über die Zapfarmaturen
austreten, um sodann den Nutzer zu gefährden.
Das auf 65-70°C erwärmte Trinkwasser
verweilt - durch besondere konstruktive Maßnahmen der
Warmwasserspeicher begünstigt - mindestens 6 bis 10 Minuten innerhalb
der Trinkwasser-Erwärmungsanlage auf dieser Temperatur, je nach hygienischen Anforderungen
und dem entsprechenden erforderlichen
Sicherheitsfaktor. So werden mit grösster
Sicherheit alle Legionellen und ein sehr hoher Prozentsatz weiterer im Wasser
befindlicher Bakterien abgetötet.
Es tritt nur thermisch desinfiziertes Wasser
in das warmwasserführende Rohrsystem ein.
Bei einer Temperatur von 65-70°C wird das Kalk-Kohlensäure- Gleichgewicht gestört und die
Karbonathärteausfällung beginnt durch die verminderte Gas- (CO2)-Löslichkeit im Wasser sofort. Ein Teil der Härtebildner fällt in
den Speichern aus und wird dort abgeschlammt. Das Wasser verlässt den/die
Speicher mit einem entsprechenden Anteil an freiem CO2.
Durch die Kühlung des 65 bis 70°C warmen Wassers auf eine
einstellbare Temperatur zwischen 55-45°C wird die Gaslöslichkeit im
Wasser weiter erhöht, so dass die sich noch im Wasser befindlichen
Härtebildner im nachgeschalteten warmwasserführenden Rohrsystem nicht
ausfallen. Sie verlassen mit der Zapfung das System. Somit ist die Grundlage
zur Bildung eines Biofilmes ausgeschlossen, nämlich das
Nährstoffangebot.
Um sicher zu verhindern,
dass Legionellen, die womöglich in Armaturen, Duschköpfen etc.
siedeln, die Rohrsysteme kontaminieren, wird etwa 1/3 des
Zirkulations-Volumenstromes ständig im Legiokill®-System erneut
thermisch desinfiziert und dem Gesamt-Zirkulations-Volumenstrom
wieder beigemischt.
Bei einer dreimaligen Umwälzung des Inhaltes des warmwasserführenden
Rohrsystems je Stunde, ergibt das eine einmalige thermische Desinfektion
des Gesamtinhaltes pro Stunde.
Die Verdopplungszeit der Legionellen liegt bei etwa zweieinhalb bis drei
Stunden , sofern die Voraussetzungen entsprechend gegeben sind, d.h. bei optimalen Nährstoffangebot
und Wassertemperaturen zwischen 35- 45°C.
Ist nun, wie im Legiokill®-System mit zwei bis dreifacher Sicherheit gegeben,
das Desinfektionsintervall des Wassers zeitlich geringer als die
Verdoppelungszeit der Legionellen, kann es bei bestimmungsgemäßen Betrieb
der Legiokill®-Anlage sowie richtiger Funktion der Zirkulation des
warmwasserführenden Rohrsystems nicht zu einem Legionellenwachstum über
die Grenzwerte hinaus kommen.
Die Verbrühungsgefahr an
den Warmwasser-Zapfstellen ist während des normalen Betriebes auf ein Minimum
reduziert. Aufwendige thermostatische Sicherheitsarmaturen, die
eine möglicherweise nötige thermische Desinfektion des gesamten Rohrnetzes
einschließlich der Armaturen nicht zulassen, sind nicht erforderlich.
Mit dem Einsatz des Legiokill®-Systems sind der Wartungsaufwand und
die Betriebskosten bei einer Trinkwarmwasser-Temperatur von 45 - 55°C
im warmwasserführenden Rohrsystem erheblich geringer, als bei einer
Fahrweise mit 60°C im Rohrnetz nach DVGW-Arbeitsblatt W 551,(siehe Punkt 3
Vermeidung von Härteausfällungen).
Eine der wichtigsten
Voraussetzungen um eine Trinkwasser-Erwärmungsanlage und das
nachgeschaltete warmwasserführende Rohrsystem innerhalb der zugelassenen
Grenzwerte für eine Legionellenbelastung betreiben zu können, ist ein
hydraulisch abgleichbares Rohrsystem und die Vermeidung
von nichtzirkulierenden Rohrstrecken.
Eine Überprüfung des Zustandes in den Rohrleitungen ist durch die
Installation von ausbaubaren, rund 300 mm langen Probestücken mit
Umgehungsleitungen und deren regelmäßige Inspektion möglich. Die Platzierung der Probestücke
muss anlagenspezifisch festgelegt werden.
Darüber hinaus kann in den Nachtstunden - bei Bedarf oder regelmäßig - durch
Umgehung der Kühl-Mischeinrichtung, eine Desinfektion des gesamten
warmwasserführenden Rohrnetzes mit der Desinfektionstemperatur von 65 - 70°C durchgeführt werden.
Jedoch besteht während dieses Zeitraums Verbrühungsgefahr an den
Zapfstellen.
Es kann durchaus sinnvoll sein z.B.
die thermische Desinfektion mit der UV-Desinfektion zu kombinieren.
Hingegen ist es wenig sinnvoll, innerhalb des Rohrsystems auf chemischen Wege
Desinfektionsmittel zu erzeugen, die in einem beschränkten Wirkungsbereich
Keime abtöten, wenn sich gleichzeitig nicht um die Nebenwirkungen durch Zugabe von
Natriumchlorid o.ä. gekümmert wird. (u.a. erhöhte Korrosionsgefahr,
Grenzwertüberschreitungen)
Die Trinkwasser-Erwärmungssysteme
und die Systeme zur Legionellenprophylaxe müssen als eine Einheit geplant,
installiert und betrieben werden können. Sie müssen auf ihre Wirksamkeit
und auf ihren bestimmungsgemäßen Betrieb vom Betreiber einfach
und sicher zu beurteilen sein.
Falls gewünscht und erforderlich, müssen die wichtigsten Kriterien der
Systemwirksamkeit automatisch protokolliert
werden können.
Sämtliche unter den Punkten 1.) bis 6.) und 9.) beschriebenen
verfahrenstechnischen Vorgaben werden von den speziellen
Trinkwasser-Erwärmungsanlagen zur Legionellenprophylaxe DMS-HORNE-Legiokill®
erfüllt.